So macht Singen Spaß!

Probenwochenende in Maria Rosenberg vom 5. bis 7. April 2019

Die Aufführung der Friedensmesse „The Armed Man“ am 16. Juni 2019 in der Pauluskirche in Bad Kreuznach rückt näher. Den Vorbereitungen des Chores gab jetzt ein intensives Probenwochenende noch mal einen kräftigen Schub. Rund 50 Sängerinnen und Sänger, mit Begleitpersonen insgesamt 63 Personen, hatten sich auf den Weg nach Maria Rosenberg gemacht. Das „Geistliche Zentrum“ liegt bei Waldfischbach-Burgalben und bot mit seiner Ruhe, den großzügigen Räumlichkeiten und der herzlichen Betreuung durch das dortige Personal optimale Voraussetzungen. Chorleiterin Birgit Ensminger-Busse hatte unter dem Motto „Feeling Good“ ein dichtes, aber auch abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Zur Einstimmung am Freitagnachmittag gab Jürgen Breier, der aus der Nähe des Wallfahrtsortes stammt, eine kurze Einführung in Geschichte und aktuelle Nutzung des „Geistlichen Zentrums“. Der älteste Teil der Anlage stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die meisten anderen Gebäude aus dem 20. Jahrhundert. Besonders interessant war, dass eine Gruppe von Auswanderern in die USA um 1900 mit Spenden den Aufbau der Anlage ermöglichte. Nach den Ausführungen folgte eine erste Probenphase in zwei Chorgruppen, bei der Co-Chorleiterin Anette Krahn die Tenöre und Bässe betreute. Während des Abendessen ließ es sich der Direktor und Wallfahrtspfarrer Volker Sehy nicht nehmen, die Gäste aus Bad Kreuznach persönlich zu begrüßen und ihnen einen schönen und erfolgreichen Aufenthalt zu wünschen.

Am frühen Abend gab es noch einen ganz besonderen Programmpunkt. Prof. Antonius Sommer aus Heidelberg referierte zum Thema „Begabung, Talent, Inspiration in der Musik“. Aus dem Gesagten und den zahlreichen Hörbeispielen konnten die Sängerinnen und Sänger viele neue Impulse und Erkenntnisse für ihre persönliche Performance sammeln.

Um Geist und Körper für die anstehende Probenarbeit vorzubereiten, startete der Samstag um 9:00 Uhr mit rhythmischer Gymnastik mit Musik im Freien. Mitsänger Thomas Grammes erwies sich als erfahrener „Vorturner“, dem die Gruppe mit viel Begeisterung folgte.

Nach einem größeren Probenblock und dem leckeren Mittagessen, hieß es Wanderschuhe anziehen. Unter der Führung von Jürgen Breier folgte ein durch zwei „Bergetappen“ geprägter Spaziergang durch den Nachbarort Donsieders bis zur höchsten Erhebung, dem 432 Meter hohen Orleberg. Dort steht seit 2005 ein über acht Meter hoher Monolith aus Buntsandstein. Eindrucksvoll war der weite Blick auf den Pfälzer Wald und die Sickinger Höhe.

Nach der Rückkehr nach Maria Rosenberg und einer Kaffeepause folgte bis 19:00 Uhr die dritte Arbeitsphase, bei dem das Repertoire „allgemein“ auf dem Programm stand. Insbesondere das Konzert in Kirn am 8. Juni anlässlich der „Jumelage“ zwischen Kirn und Fontaine le Dijon wurde vorbereitet Der Tag klang dann im wahrsten Sinne des Wortes im „tiefen Keller“ bei Wein und Bier, bei Gesang und guten Gesprächen aus.

Am Sonntagmorgen wurde die intensive Probenarbeit fortgesetzt. Für Abwechslung sorgte ein 30minütiger Film über die Entstehung der neuen Glocken für die Kirche St. Stephan in Mainz. „Im Feuer zerstört, aus dem Feuer geboren“.  In dieser Kirche wird am 1. September „The Armed Man“ ein weiteres Mal aufgeführt. Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort und einen passenderen Termin für dieses Werk, denn das Gotteshaus gilt als die Gebetskirche des mittelalterlichen deutschen Reiches und die Fenster von Marc Chagall stehen für die christlich-jüdische Versöhnung. Außerdem jährt sich am Aufführungstag zum achtzigsten Mal der Beginn des 2. Weltkrieges.

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes war der Besuch im nahen Altenheim. In der Kapelle waren nach dem Gottesdienst noch viele Heimbewohner geblieben, um den Auftritt des Chores zu hören. Schnell sprang der Funke der Begeisterung über und viele sangen munter mit, vor allem bei „Dona nobis Pacem“. Pfarrer Breyer dankte dem Chor. Er betonte, dass das Gotteslob gerade im Gesang einen besonderen Ausdruck erhält. Dann wurde die Probenarbeit bis zu einem späten Mittagessen fortgesetzt. Birgit Ensminger-Busse dankte allen, die an der Vorbereitung und Durchführung des Probewochenendes beteiligt waren: Anette Krahn, Jürgen Breier, Thomas Göbel, Thomas Grammes und Wolfgang Keller, der sich als singender Wirt des Klosterkellers entpuppte. Natürlich auch der gesamten Gruppe, die wieder einmal in Harmonie und toller Gemeinschaft ein inspirierendes Wochenende erleben durfte.

( J. Breier/ Ensminger-Busse/ April 2019; Fotos Thomas Göbel)