Alle Menschen werden Brüder...

...das war Leitthema und Idee, die knapp 130 Sängerinnen und Sänger aus der Region Bad Kreuznach zusammenführte. Die Interpretation des Weltkulturerbes „Neunte Symphonie“ von Ludwig van Beethoven mit der Philharmonie der Nationen unter Prof. Justus Frantz ist nicht allein eine Angelegenheit musikalischer Natur – obgleich fleißig geübt werden muß. Nein, es ist ohne Werkverständnis und Einblick in das, was Beethoven fühlte, als er die Neunte „quasi als Glaubensbekenntnis und Seelendrama“ (J. Frantz) niederschrieb, nicht zu leisten. Wie tief das bei den Proben und bei den beiden Aufführungen Erlebte wirkte, wird aus den Äußerungen der Sängerinnen und Sänger sichtbar:

·         „Dieser Sonntag im Juni 2013, es ist auch noch der Neunte, wird ewig in meiner Erinnerung wach sein. Er hat mir Kraft gegeben, von der ich noch lange schöpfen kann.“

·         „Freude, Freude!“

·         „Müssen unbedingt weitermachen - das werde ich nie vergessen!“

·         „Die Menschen sind begeistert von dem Unternehmen, das wir gewagt haben. Daß  es eine so wunderbare Erfahrung und Bereicherung sein würde, konnte vorher niemand wissen. Umso schöner ist es, jetzt auf das Projekt zurückzuschauen.“

·         „…wir haben 130 Menschen in einem gemeinsamen Ziel vereint, getragen von der Aussage des Werkes. Wir haben einen wirklich kulturellen Beitrag geleistet.“

Was war vorher geschehen? Der Projektchor Nahe „Die Neunte”, ein lockerer Zusammenschluß von rund 130 Sängerinnen und Sängern aus der Region Bad Kreuznach unter dem Dach des Kreis-Chorverbands Bad Kreuznach, studierte ab Januar 2013 unter Anleitung von Birgit Ensminger-Busse und den Chorleiter-Assistenten Anette Krahn, Esther Huck und Jürgen Frank sowie Sun-Young Kang-Mäder am Flügel die Chorpartie des vierten Satzes ein. Dieses großartige musikalische Projekt gemeinsam mit der Philharmonie der Nationen und ihrem Dirigenten Prof. Justus Frantz in der Dreifaltigkeitskirche zu Worms am 8. Juni 2013 und am 9. Juni 2013 in der Pauluskirche Bad Kreuznach aufführen zu dürfen, stellte für die Region ein großes musikalisches Ereignis dar, was dem Laien-Chorgesang eine besondere Aufmerksamkeit erwies.

Frank Sydow schreibt dazu im „Öffentlichen Anzeiger“: „Die Interpretation lotete die enorme Bandbreite des Werkes zwischen fahler Spannung, schroffen Kontrasten, berückendem Wohlklang bis zu ekstatischem Jubel voll aus. Für den im Schlußsatz beteiligten Chor stellt Beethoven ungewöhnlich hohe Anforderungen, vor allem was das Durchhaltevermögen der Soprane anbetrifft. Der große Projektchor Nahe „Die Neunte“ leistete hier Erstaunliches: Die Stabilität der Stimmen an den langen Haltetönen war bewundernswert, es entstanden Klangbilder imponierender Größe. Die Arbeit von Birgit Ensminger-Busse, die auch die ansprechende Sopran-Solopartie mit Bravour meisterte, hat also zweifellos gute Früchte getragen.“

Die didaktisch sehr ansprechende Einführung von Prof. Justus Frantz in das Werk ist durch Klicken zu hören.

Leider konnte die von Justus Frantz nach dem Konzert ausgesprochene Einladung an den Projektchor, bei den sommerlichen Musiktagen auf der Finca „Casa de los Musicos“ auf Gran Canaria das Werk erneut aufzuführen, aus logistischen Gründen nicht realisiert werden: Allzu viele Choristen konnten den sehr kurzfristig anberaumten Termin nicht wahrnehmen.