Ziele und Leitbild

„Unvergessliche Momente“

Ziel der Initiative  ist es, Laienchor-Sängerinnen und –Sänger an Werke heranzuführen, die sie mit ihren Heimatchören in aller Regel nicht aufführen können. Die Initiative trägt damit sowohl zur Verbreiterung des gesanglichen Spek­trums jedes einzelnen Choristen bei und schafft gleichzeitig bleibende Konzert­erlebnisse für die Mitwirk­en­den.

Diese Idee wurde bisher mit den Aufführungen der 9. Symphonie von L. van Beethoven, der „Jahreszeiten“ von  J. Haydn in Berlin und Bad Kreuznach und dem „Oratorio de Noël“ von C. Saint-Saëns in die Tat umgesetzt. Nicht weniger wichtig sind erlebnisreiche und die Chorgemeinschaft belebende Chorreisen, wie die Reisen zum Gardasee (2015), nach Lothringen (2016) und zum Bodensee (2017).

Erhalt und Wiederbelebung selten gesungener Werke

In Archiven und alten Notensammlungen schlummern Schätze, die es wert sind, gehoben, einstudiert und aufgeführt zu werden. Diesem Ziel hat sich der Konzertchor Capriccio angenommen und bietet damit seinen Sängerinnen und –Sänger mehr Vielfalt, als traditionelle Repertoire-Chöre naturgemäß leisten können.

Bildungsauftrag -  Medium Musik

Wir sehen unser kulturelles Engagement nicht nur im Erhalt und der Förderung der Chormusik sondern auch  in der kulturellen Bildung mittels interessanter Projekte: Dabei regen wir nicht nur Konzert-Ideen an und unterstützen diese, sondern wir versuchen als Veranstalter von ortsübergreifenden Konzerten lokale Geschichte, Personen und deren Handeln über die dafür ausgewählten Stücke greifbar zu machen.

Pilotversuch für moderne Chorarbeit

Capriccio wird von einem Team geleitet. Dabei sollen Erfahrungen in Gestaltung und praktischem Umgang mit zeitgemäßen Leitungsstrukturen von Chören und Projektarbeit gesammelt werden. Seit Jahren kann nämlich beobachtet werden, daß traditionelle Vereine das sich bietende Potential nicht ausschöpfen können, weil der mögliche Zustrom von Sängerinnen und Sängern durch eine Abneigung gegen starre Vereinsstrukturen gebremst wird. Dies erklärt, zumindestens teilweise, den Zuwachs an Projektchören.

Gratwanderung zwischen Konzert- und Repertoirechor

Ein klassischer Konzertchor ist gekennzeichnet durch lange Probenphasen, die ihn auf eine, höchstens zwei Aufführungen von großen Werken vorbereiten. „Repertoire“ im eigentlichen Sinne, auf das schnell und spontan zurückgegriffen werden kann, kann ein solcher Chor in der Regel nicht abrufen. Dadurch wird der Zusammenhalt eines Chores erheblich geschmälert.

Der Chor Capriccio versucht daher, beiden Ansprüchen gerecht zu werden: Durch eine geschickte Planung wird versucht, „große“ Aufführungen mit saisonalen Konzerten und Chorreisen zu mischen und so ein dauerhaftes Repertoire aufzubauen. Dies ist allerdings nur dann zu erreichen, wenn sich ein ausreichend großer Anteil an Stamm-Sängerinnen und Sängern für eine kontinuierliche Chorarbeit begeistern läßt.

Probenarbeit und Finanzierung

Der Chor Capriccio hat flexible Probenzeiten – häufiger und intensiver vor Auftritten, lockerer in Übergangsphasen zwischen den Projektphasen. In der Regel werden 2 Chorproben im Monat angeboten. Immer Samstags-Vormittags, ab 9.30 Uhr bis 13 Uhr. Chorleiterin Birgit Ensminger-Busse legt großen Wert auf Proben-Präsenz. Für „Notfälle“ oder zum Aufholen von Defiziten werden capella-Dateien zum Üben zuhause angeboten.

Wesentliches Merkmal des Chores und dringender Wunsch seiner Mitglieder ist, sich für einzelne Projekte aktiv engagieren zu können und andere passiv zu erleben. Damit entsteht der „atmende Chor“ – je nach Interesse der einzelnen Sängerinnen und Sänger und Attraktivität des Projekts wird die Beteiligung schwanken. Das ist der Grundgedanke eines Projektchors, der nicht aufgegeben werden soll!

Die weitgehende finanzielle Unabhängigkeit von einem Träger oder von – bei Traditions­chören noch vielfach vorhandenen - Förderern erscheint unabdingbar für eine flexible und unbeeinflusste Umsetzung von Konzertideen! Daher kann auch der Konzertchor Capriccio nicht ohne finanzielle Beiträge der Aktiven auskommen.

Hier zeigt sich jedoch die besondere Problematik bei Projektchören: Die Finanzierung wird unsicherer, weil mit der schwankenden Zahl der aktiven Choristen auch die Beiträge wachsen oder schrumpfen. Um hier eine gewisse Stabilität zu erreichen, bietet der Chor zwei Beitragsmodelle:

Projektbeitrag

Für die Dauer eines Projektes wird ein Projektbeitrag erhoben. Inbegriffen sind das Notenmaterial und die Übe-Dateien.

Jahresbeitrag

Choristen, die sich bereit erklären, den Chor langfristig zu unterstützen und damit helfen, den finanziellen Fortbestand und die Stabilität des Chores zu sichern, zahlen einen Jahresbeitrag, dessen Höhe unter allen Choristen regelmäßig abgestimmt und festgesetzt wird. Als Anreiz, sich langfristig zu engagieren, wird der Jahresbeitrag günstiger sein, als die Summe der Projektbeiträge im gleichen Zeitabschnitt. Die Beteiligung an einzelnen Projekten ist Choristen, die sich für einen Jahresbeitrag verpflichten, selbstverständlich freigestellt.

Einzelbeiträge für kommende Projekte und der Jahresbeitrag für 2018 wurden bisher noch nicht festgesetzt.


November 2017, Leitungsteam Capriccio